Photovoltaik Förderung Wien 2026: Neues Förderpaket ab Mai mit 7 Mio. Euro
Wien setzt den Sonnenstrom-Ausbau fort: Ab 1. Mai 2026 startet die Stadt ein neues Photovoltaik-Förderpaket mit einem Budget von 7 Millionen Euro. Der Fokus liegt auf innovativen, urbanen PV-Lösungen – insbesondere Fassadenanlagen und Verschattungsanlagen. Gleichzeitig laufen bewährte Förderungen für Mehrgeschosswohnbauten, Flugdächer und Gründächer weiter. Wir fassen zusammen, was sich ändert, was neu gefördert wird und wie Sie als Eigentümer, Hausverwaltung oder Betrieb davon profitieren.
Das Wichtigste in Kürze
- Start: 1. Mai 2026
- Budget: 7 Millionen Euro
- Neu gefördert: PV-Fassadenanlagen (vorgehängt und integriert) sowie PV-Verschattungsanlagen auf öffentlichen und öffentlich zugänglichen Gebäuden
- Weiterhin gefördert: PV auf Mehrgeschosswohnbauten, Flugdachförderung (Parkplatzüberdachung), PV auf Gründächern, „1, 2, 3 Sonnengutschein"
- Nicht mehr separat gefördert: Standard-Dachanlagen und Speicher auf Einfamilienhäusern – diese werden vom Bund abgedeckt
Warum Wien den Förderschwerpunkt verschiebt
Die Wiener PV-Förderung der letzten Jahre war ein voller Erfolg: Die Zahl der Förderfälle ist von 628 im Jahr 2023 auf 3.520 im Jahr 2024 und schließlich 4.644 im Jahr 2025 gestiegen. Der Fördertopf war 2025 bereits im Juni ausgeschöpft. Mittlerweile liefern mehr als 18.000 PV-Anlagen im Wiener Stadtgebiet Sonnenstrom.
Da der Bund inzwischen Standard-Dachanlagen und Speicher umfassend fördert, konzentriert sich die Stadt Wien nun komplementär auf PV-Lösungen, die im urbanen Raum besonderes Potenzial bieten, aber kostenintensiver und komplexer in der Umsetzung sind. Das ist eine kluge Strategie: Fassaden, Verschattungsanlagen und Mehrgeschosswohnbauten haben in Wien enormes ungenutztes Potenzial, erfordern aber höhere Investitionen als eine einfache Dachanlage.
Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky bringt es auf den Punkt: „Jeder Euro Fördergeld löst 5 Euro heimischer Wertschöpfung aus." Die Förderung ist also nicht nur Klimaschutz, sondern auch ein Wirtschaftsimpuls für Wiener Handwerksbetriebe – darunter auch Elektroinstallationsbetriebe wie uns.
Neu: PV-Fassadenanlagen – Förderung ab Mai 2026
Die größte Neuerung des Förderpakets betrifft Photovoltaik an Gebäudefassaden. Fassadenflächen bieten im dicht bebauten Stadtraum ein enormes, bisher kaum genutztes Potenzial für Solarstromerzeugung. Die Stadt Wien fördert ab Mai 2026 zwei Varianten:
Vorgehängte Fassadenanlagen (VHF)
Bei vorgehängten Anlagen werden die PV-Module vor der bestehenden Fassade montiert – ähnlich einer vorgehängten hinterlüfteten Fassade (VHF). Diese Variante eignet sich besonders für Bestandsgebäude, da die bestehende Fassade nicht verändert werden muss. Die Module werden auf einer Unterkonstruktion befestigt, die an der Außenwand verankert ist.
Fassadenintegrierte PV-Anlagen (BIPV)
Bei der gebäudeintegrierten Photovoltaik (Building-Integrated PV, BIPV) werden die Solarmodule direkt in die Gebäudehülle eingebaut und ersetzen konventionelle Fassadenelemente. Sie sind Teil der Architektur und übernehmen neben der Stromerzeugung auch Funktionen wie Wetterschutz und Wärmedämmung. Diese Variante kommt vor allem bei Neubauten und umfassenden Sanierungen zum Einsatz.
Warum Fassaden-PV so sinnvoll ist
Senkrecht montierte PV-Module an Fassaden haben ein anderes Erzeugungsprofil als Dachanlagen: Sie liefern vor allem am Vormittag und Nachmittag Strom – also genau dann, wenn Dachanlagen (die um die Mittagszeit am meisten erzeugen) weniger leisten. Dadurch ergänzen sich Fassaden- und Dachanlagen optimal:
- Höherer Eigenverbrauch: Die breitere Stromerzeugung über den Tag hinweg passt besser zum typischen Verbrauchsprofil eines Haushalts oder Büros.
- Netzentlastung: Weniger Einspeisespitzen um die Mittagszeit, dafür gleichmäßigere Einspeisung über den Tag.
- Wintervorteil: Senkrechte Module werden im Winter von Schnee nicht bedeckt und profitieren vom flacheren Sonnenstand – der Ertrag in den Wintermonaten ist relativ gesehen höher als bei geneigten Dachanlagen.
- Flächenpotenzial: In einer Stadt wie Wien, wo Dachflächen begrenzt und oft durch Denkmalschutz, Dachterrassen oder technische Aufbauten eingeschränkt sind, bieten Fassaden zusätzliche Flächen.
Neu: PV-Verschattungsanlagen
Die zweite neue Förderschiene betrifft PV-Verschattungsanlagen auf öffentlichen und öffentlich zugänglichen Gebäuden. Das Konzept verbindet zwei Funktionen: Sonnenstrom erzeugen und gleichzeitig schattige Aufenthaltsbereiche schaffen – besonders wertvoll angesichts der zunehmenden Hitzebelastung in Wien.
Gefördert werden PV-Verschattungsanlagen auf:
- Öffentlichen Gebäuden wie Schulen, Kindergärten und Verwaltungsgebäude
- Öffentlich zugänglichen Dächern, etwa von Handelsbetrieben oder Einkaufszentren
- Begehbaren Dachflächen, die durch die PV-Überdachung nutzbar gemacht werden
Diese doppelte Funktion – Energieerzeugung und Klimaanpassung – macht PV-Verschattungsanlagen zu einem besonders förderwürdigen Konzept im urbanen Raum.
Diese Förderungen laufen weiter
Neben den neuen Förderschienen setzt Wien auch bewährte Programme fort:
PV auf Mehrgeschosswohnbauten
Die Förderung für PV-Anlagen auf mehrgeschossigen Bestandswohnbauten wird 2026 fortgesetzt. Diese Kategorie ist besonders relevant, weil die Installation auf großen Wohnhäusern technisch anspruchsvoller und kostenintensiver ist als auf Einfamilienhäusern. Die verpflichtenden Absturzsicherungen auf Flachdächern gehören weiterhin zu den förderfähigen Kosten – ein wichtiger Punkt, da diese Sicherheitsmaßnahmen die Installationskosten erheblich erhöhen können.
„1, 2, 3 Sonnengutschein"
Das Beratungspaket „1, 2, 3 Sonnengutschein" für gemeinschaftliche PV-Anlagen auf Mehrgeschosswohnbauten wird ebenfalls verlängert. Neu: Beim ersten Gebäude-Check wird künftig auch das PV-Potenzial der Wandflächen geprüft – eine logische Erweiterung angesichts der neuen Fassadenförderung.
Flugdachförderung
Die Flugdachförderung richtet sich an Wiener Betriebe, die betriebliche Parkplätze und andere versiegelte Flächen mit PV-Überdachungen ausstatten möchten. Auch diese Förderung wird fortgesetzt – eine Kombination aus Stromerzeugung, Beschattung der Fahrzeuge und Nutzung bereits versiegelter Flächen.
PV auf Gründächern
Die Kombination aus Gründach und Photovoltaik bleibt förderfähig. Diese Doppelnutzung ist besonders klimawirksam: Das Gründach kühlt das Gebäude und verbessert die Regenwasserretention, während die PV-Anlage Strom erzeugt. Interessanterweise arbeiten PV-Module auf Gründächern sogar effizienter, weil die Verdunstungskühlung der Pflanzen die Modultemperatur senkt.
Was wird nicht mehr gefördert?
Die Stadt Wien hat ihre Förderung bewusst auf jene Bereiche fokussiert, die der Bund nicht oder nicht ausreichend abdeckt. Das bedeutet:
- Standard-Dachanlagen auf Einfamilienhäusern: Diese werden vom Bund über die Umweltförderung im Inland (UFI) und das Klimaministerium (BMK) gefördert. Die Bundesförderung ist hier gut ausgebaut, sodass eine zusätzliche Wiener Förderung nicht mehr nötig ist.
- Stromspeicher: Auch Batteriespeicher werden primär über Bundesförderprogramme unterstützt.
Wichtig: Das bedeutet nicht, dass Standard-Dachanlagen in Wien keine Förderung mehr erhalten – die Bundesförderung steht nach wie vor zur Verfügung. Wien konzentriert lediglich seine eigenen Mittel auf Bereiche, die der Bund nicht abdeckt. In vielen Fällen können Sie Bundesförderung und Wiener Förderung sogar kombinieren.
Was bedeutet das für Eigentümer und Hausverwaltungen?
Das neue Förderpaket eröffnet vor allem für Eigentümergemeinschaften, Hausverwaltungen und Betriebe neue Möglichkeiten:
Für Eigentümergemeinschaften und Hausverwaltungen
- Fassaden-PV als neues Thema: Wenn die Dachfläche bereits genutzt wird oder nicht geeignet ist, kann jetzt die Fassade als PV-Fläche erschlossen werden – mit Förderung.
- Gemeinschaftliche PV weiterhin gefördert: Der „1, 2, 3 Sonnengutschein" bietet einen einfachen Einstieg in die Planung einer gemeinschaftlichen PV-Anlage.
- Absturzsicherung als förderfähiger Kostenfaktor: Gerade bei Mehrgeschosswohnbauten ist die Absturzsicherung ein erheblicher Kostenblock. Dass diese weiterhin förderfähig ist, macht Projekte wirtschaftlich deutlich attraktiver.
Für Betriebe
- Parkplatzüberdachung mit PV: Die Flugdachförderung macht PV-Carports für Firmenparkplätze wirtschaftlich interessant. Der erzeugte Strom kann direkt für die Gebäudeversorgung oder zum Laden von Firmenfahrzeugen genutzt werden.
- Verschattungsanlagen: Einzelhandel und Gastronomie mit zugänglichen Dachflächen können von der neuen Verschattungsförderung profitieren.
- Fassaden-PV für Gewerbegebäude: Bürogebäude und Gewerbeobjekte mit großen Fassadenflächen können erhebliche PV-Leistung installieren.
Für Einfamilienhausbesitzer
Wenn Sie ein Einfamilienhaus in Wien besitzen und eine Standard-Dachanlage planen, sind Sie weiterhin über die Bundesförderung abgedeckt. Falls Sie jedoch eine besonders innovative Lösung planen – etwa PV-Module an der Hausfassade – könnten Sie für die neue Wiener Fassadenförderung in Frage kommen. Lassen Sie sich frühzeitig beraten.
Fördertöpfe schnell erschöpft – warum Sie jetzt planen sollten
Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt: Die Wiener PV-Förderung ist extrem beliebt. 2025 war der Fördertopf bereits im Juni ausgeschöpft. Wer ab 1. Mai 2026 einen Antrag stellen möchte, sollte daher nicht warten, sondern jetzt mit der Planung und Vorbereitung beginnen.
Was Sie jetzt tun können:
- PV-Potenzial Ihres Gebäudes prüfen lassen: Dach, Fassade und mögliche Verschattungsoptionen – eine Vor-Ort-Besichtigung durch einen Fachbetrieb zeigt, welche Flächen geeignet sind und welche Förderung in Frage kommt.
- Angebote einholen: Lassen Sie sich ein konkretes Angebot für die PV-Installation erstellen, damit Sie am 1. Mai sofort einen vollständigen Förderantrag einreichen können.
- Genehmigungen klären: Bei Fassadenanlagen und Mehrparteienhäusern sind Zustimmungen der Eigentümergemeinschaft und gegebenenfalls der Baubehörde erforderlich. Klären Sie diese vorab.
- Förderantrag vorbereiten: Informieren Sie sich auf der Website der Wiener Energie-Förderungen über die genauen Antragsmodalitäten, sobald diese veröffentlicht werden.
Wie BS Elektrobau Sie unterstützt
Wir bei BS Elektrobau sind Ihr Partner für Photovoltaik-Installationen in Wien und Niederösterreich. Ob Dachanlage, Fassaden-PV oder gemeinschaftliche PV auf einem Mehrparteienhaus – wir planen und installieren Ihre Anlage fachgerecht und fördertauglich.
Unser Angebot für Sie:
- Kostenlose Erstberatung: Wir besichtigen Ihr Gebäude und bewerten das PV-Potenzial von Dach und Fassade.
- Förderberatung: Wir prüfen, welche Förderungen (Wien und Bund) für Ihr Projekt in Frage kommen, und unterstützen Sie bei der Antragstellung.
- Komplettinstallation: Von der Planung über die Elektroinstallation bis zur Anmeldung beim Netzbetreiber – alles aus einer Hand.
- Festpreisangebot nach Besichtigung: Transparent, verbindlich, ohne versteckte Kosten.
Warten Sie nicht, bis der Fördertopf wieder leer ist. Kontaktieren Sie uns jetzt für eine unverbindliche Beratung – und starten Sie rechtzeitig zum 1. Mai mit einem fertig geplanten PV-Projekt in die neue Förderrunde.