Photovoltaik & Solar

Einspeisetarif Photovoltaik Österreich 2026: Vergleich, OeMAG & Tipps

Einspeisevergütung für PV-Strom in Österreich: OeMAG-Tarife, Anbietervergleich, Wien Energie, EVN & Co. Was Sie für Ihren Solarstrom bekommen und warum Eigenverbrauch meist mehr bringt.

Alexander Schwingler
Alexander Schwingler

Staatlich geprüfter Elektrotechniker

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8 Min. Lesezeit
Zielgruppe
PV-Anlagenbesitzer & Eigenheimbesitzer
Einspeisetarif Photovoltaik Österreich 2026: Vergleich, OeMAG & Tipps

Einspeisetarif Photovoltaik Österreich 2026: Vergleich, OeMAG & Tipps

Wer eine Photovoltaikanlage betreibt, erzeugt oft mehr Strom als im Haushalt verbraucht wird. Dieser Überschuss fließt ins öffentliche Netz – und dafür erhalten Sie eine Einspeisevergütung. Doch wie hoch ist der aktuelle Einspeisetarif in Österreich? Welche Anbieter zahlen am meisten? Und lohnt sich Einspeisung überhaupt noch – oder ist Eigenverbrauch die bessere Strategie? In diesem Guide vergleichen wir die wichtigsten Einspeisetarife, erklären den Unterschied zwischen OeMAG und freien Anbietern und zeigen, wie Sie das Maximum aus Ihrer PV-Anlage herausholen.

Kernfakt
Die Einspeisevergütung in Österreich liegt 2026 deutlich unter dem Haushaltsstrompreis. Jede Kilowattstunde, die Sie selbst verbrauchen statt einzuspeisen, spart Ihnen mehr Geld als die Vergütung bringt. Ein Stromspeicher kann Ihren Eigenverbrauch von 30 % auf über 70 % steigern.

Was ist die Einspeisevergütung?

Die Einspeisevergütung (auch Einspeisetarif genannt) ist der Betrag, den Sie pro eingespeister Kilowattstunde (kWh) Solarstrom erhalten. In Österreich gibt es zwei grundlegend unterschiedliche Wege, Ihren überschüssigen PV-Strom zu verkaufen:

  1. OeMAG-Vertrag (Marktpreis): Die OeMAG (Abwicklungsstelle für Ökostrom) kauft Ihren Strom zum vierteljährlich festgelegten Marktpreis ab. Dieser basiert auf dem durchschnittlichen EPEX-Spot-Preis und schwankt mit dem Strommarkt.
  2. Energieversorger-Vertrag: Sie schließen einen Einspeisevertrag direkt mit einem Energieversorger ab (z. B. Wien Energie, EVN, Verbund, Energie AG). Die Tarife variieren je nach Anbieter und Vertragslaufzeit.

OeMAG-Einspeisetarif: So funktioniert der Marktpreis

Die OeMAG ist die zentrale Abwicklungsstelle für Ökostrom in Österreich. Wenn Sie Ihren PV-Strom über die OeMAG verkaufen, erhalten Sie den sogenannten Marktpreis – einen vierteljährlich angepassten Tarif, der sich am EPEX-Spot-Großhandelsmarkt orientiert.

Wie wird der OeMAG-Marktpreis berechnet?

  • Basis: Durchschnittlicher EPEX-Day-Ahead-Preis des jeweiligen Quartals
  • Aktualisierung: Der Tarif wird vierteljährlich angepasst (Q1, Q2, Q3, Q4)
  • Tendenz 2026: Die Marktpreise sind nach den Spitzen der Energiekrise wieder deutlich gesunken und liegen aktuell auf einem niedrigen Niveau
  • Vorteil: Kein langfristiger Vertrag nötig – Sie können jederzeit zu einem Energieversorger wechseln
  • Nachteil: Der Tarif schwankt mit dem Markt und ist nicht planbar

OeMAG-Abnahmevertrag abschließen

Den OeMAG-Abnahmevertrag können Sie direkt auf der Website der OeMAG-Abwicklungsstelle beantragen. Sie benötigen Ihre Anlagen- und Netzbetreiberdaten. Die OeMAG ist gesetzlich verpflichtet, Ihren Strom abzunehmen – Sie haben also ein Recht auf diesen Vertrag.

Einspeisetarif-Vergleich: Die wichtigsten Anbieter in Österreich

Neben der OeMAG bieten zahlreiche Energieversorger eigene Einspeisetarife an. Die Konditionen unterscheiden sich teils erheblich. Hier ein Überblick der wichtigsten Anbieter:

Einspeisetarif-Vergleich Österreich 2026 (ausgewählte Anbieter)
Anbieter Tarifmodell Region Besonderheiten
OeMAG Vierteljährlicher Marktpreis Ganz Österreich Gesetzlicher Anspruch, kein Vertrag nötig, variable Vergütung
Wien Energie Fixpreis oder Marktpreis Wien Eigener Einspeisetarif für Wien-Energie-Kunden, auch ohne Strombezug möglich
EVN Fixpreis Niederösterreich Einspeisetarif an Bezugstarif gekoppelt, Bestandskunden bevorzugt
Verbund Marktpreis-basiert Ganz Österreich Einer der höheren Marktpreis-Tarife, monatliche Abrechnung
Energie AG Fixpreis Oberösterreich Fixer Tarif mit jährlicher Anpassung
KELAG Fixpreis Kärnten Regionaler Tarif, Bestandskunden-Modell
Salzburg AG Marktpreis-basiert Salzburg Transparente Marktpreisbindung, quartalsweise Anpassung
aWATTar Stündlicher Börsenpreis Ganz Österreich Dynamischer Tarif, ideal für smarte Einspeisesteuerung
Tipp: Anbieter wechseln lohnt sich
Sie sind nicht an Ihren aktuellen Einspeise-Anbieter gebunden. Ein Wechsel ist jederzeit möglich – prüfen Sie die Kündigungsfristen Ihres bestehenden Vertrags. Vergleichsportale wie durchblicker.at oder stromrechner.at helfen beim Tarifvergleich.

Wien Energie Einspeisetarif: Was Wiener PV-Besitzer wissen müssen

Für unsere Kunden in Wien ist der Wien Energie Einspeisetarif besonders relevant. Wien Energie bietet PV-Anlagenbesitzern verschiedene Modelle an:

  • Standardtarif: Ein fester Einspeisetarif pro kWh, der regelmäßig angepasst wird
  • Marktpreis-Modell: Vergütung orientiert sich am aktuellen Börsenstrompreis
  • Kombiangebot: Für Kunden, die sowohl Strom beziehen als auch einspeisen, gibt es teilweise Paketlösungen

Die Anmeldung erfolgt über die Wiener Netze (Netzbetreiber) und den Einspeisevertrag direkt mit Wien Energie. Wir bei BS Elektrobau übernehmen die komplette Anmeldung bei der Neuinstallation oder Nachrüstung Ihrer PV-Anlage.

Eigenverbrauch vs. Einspeisung: Was bringt mehr?

Die zentrale Frage für jeden PV-Anlagenbesitzer: Lohnt sich Einspeisung noch – oder ist maximaler Eigenverbrauch die bessere Strategie? Die Antwort ist eindeutig:

Einspeisung
~5–8 ct
Eigenverbrauch
~25–35 ct
Wert pro kWh: Einspeisevergütung vs. eingesparter Netzstrom (Richtwerte 2026)

Der eingesparte Netzstrom ist drei- bis fünfmal mehr wert als die Einspeisevergütung. Deshalb gilt: Eigenverbrauch maximieren, Einspeisung minimieren.

So steigern Sie Ihren Eigenverbrauch

  • 1
    Stromspeicher nachrüsten
    Ein Batteriespeicher speichert Ihren Solarstrom für abends und nachts. Eigenverbrauch steigt von 30 % auf 60–80 %.
  • 2
    Verbrauch in die Sonnenstunden legen
    Waschmaschine, Geschirrspüler und Trockner laufen am besten zwischen 10 und 15 Uhr, wenn Ihre PV-Anlage die meiste Leistung bringt.
  • 3
    Wallbox mit PV-Überschussladen
    Eine intelligente Wallbox lädt Ihr E-Auto bevorzugt mit eigenem Solarstrom – ein enormer Eigenverbrauchshebel.
  • 4
    Wärmepumpe mit PV koppeln
    Wärmepumpen können tagsüber mit Solarstrom betrieben werden und den Warmwasserspeicher als thermischen Puffer nutzen.

OeMAG oder Energieversorger: Welcher Vertrag passt zu Ihnen?

Die Wahl zwischen OeMAG und Energieversorger hängt von Ihrer Situation ab:

OeMAG vs. Energieversorger im Vergleich
Kriterium OeMAG Energieversorger
Vertragslaufzeit Unbefristet, jederzeit kündbar Oft 1–2 Jahre Bindung
Tarifmodell Vierteljährlich variabler Marktpreis Fix oder variabel, je nach Anbieter
Planbarkeit Gering (marktabhängig) Hoch bei Fixpreisverträgen
Tarifsicherheit Gesetzlicher Anspruch Vertragsbedingungen prüfen
Wechselflexibilität Jederzeit zum Versorger wechselbar Kündigungsfrist beachten
Am besten für Flexibilität, kurzfristiger Einstieg Planungssicherheit, fester Ertrag

Was passiert mit der Förderung und dem Einspeisetarif?

Viele PV-Besitzer verwechseln die Investitionsförderung (Zuschuss für die Anschaffung der Anlage) mit der Einspeisevergütung (laufende Vergütung für eingespeisten Strom). Die beiden sind unabhängig voneinander:

  • Investitionsförderung: Einmaliger Zuschuss bei Installation der PV-Anlage, beantragt über die EAG-Abwicklungsstelle oder Landesförderungen. Details in unserem Artikel zur PV-Förderung Wien 2026.
  • Einspeisevergütung: Laufende Vergütung pro eingespeister kWh, unabhängig davon, ob Sie eine Förderung erhalten haben.

Sie können also sowohl die Investitionsförderung als auch die Einspeisevergütung nutzen – beides gleichzeitig.

Nulleinspeisung: Darf man Einspeisung komplett vermeiden?

Manche PV-Besitzer fragen sich, ob sie eine Nulleinspeiseanlage betreiben können – also eine Anlage, die keinen Strom ins Netz einspeist. Technisch ist das möglich, wirtschaftlich aber selten sinnvoll:

  • Technisch: Der Wechselrichter kann so konfiguriert werden, dass er die Leistung drosselt, sobald kein Eigenverbrauch vorliegt. Der überschüssige Strom wird dann einfach nicht erzeugt.
  • Wirtschaftlich: Sie verschenken kostenlosen Strom. Selbst bei niedrigen Einspeisetarifen ist die Vergütung besser als gar nichts.
  • Regulatorisch: In Österreich gibt es keine Pflicht zur Einspeisung, aber auch keine Nachteile. Die Netzanmeldung ist bei Anlagen über 800 Watt ohnehin Pflicht.

Unsere Empfehlung: Schließen Sie einen Einspeisevertrag ab und lassen Sie den Überschuss ins Netz fließen. Gleichzeitig investieren Sie in einen Stromspeicher, um den Eigenverbrauch zu maximieren und die Einspeisung auf ein Minimum zu reduzieren.

Einspeisetarif und Balkonkraftwerk

Für Balkonkraftwerke bis 800 Watt gilt: Der überschüssige Strom fließt zwar ins Netz, wird aber in der Regel nicht vergütet. Der Zähler läuft bei Einspeisung einfach nicht rückwärts (digitale Zähler erfassen Bezug und Einspeisung getrennt), und ein Einspeisevertrag lohnt sich bei den geringen Überschussmengen eines Balkonkraftwerks wirtschaftlich kaum.

Wer auch die Überschüsse seines Balkonkraftwerks nutzen möchte, sollte über einen kleinen Speicher (1–2 kWh) nachdenken – oder den Verbrauch gezielt in die Sonnenstunden legen.

Häufige Fehler beim Einspeisetarif

  • Keinen Einspeisevertrag abgeschlossen: Ohne Vertrag erhalten Sie keine Vergütung – der Strom fließt trotzdem ins Netz, aber umsonst. Schließen Sie immer mindestens den OeMAG-Vertrag ab.
  • Tarife nicht verglichen: Die Unterschiede zwischen Anbietern können mehrere Cent pro kWh betragen. Bei einer 10-kWp-Anlage mit 3.000 kWh jährlicher Einspeisung macht das einige hundert Euro pro Jahr aus.
  • Auf hohe Einspeisetarife optimiert statt auf Eigenverbrauch: Wer seine Anlage für maximale Einspeisung auslegt statt für maximalen Eigenverbrauch, verschenkt langfristig Geld.
  • Marktpreisentwicklung ignoriert: Wer einen Fixpreisvertrag hat und der Marktpreis steigt, kann nicht profitieren. Umgekehrt schützt ein Fixpreis vor sinkenden Marktpreisen.
  • Zähler nicht umgerüstet: Für die korrekte Erfassung von Einspeisung und Bezug benötigen Sie einen Zweirichtungszähler. In Wien stellt die Wiener Netze diesen in der Regel kostenlos um.
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Einspeisetarif optimieren: Unsere Empfehlung

Die optimale Strategie für PV-Anlagenbesitzer in Wien und Niederösterreich sieht 2026 so aus:

  1. Eigenverbrauch maximieren: Investieren Sie in einen Stromspeicher, um Ihren Eigenverbrauch auf 60–80 % zu steigern. Das ist die wirtschaftlich beste Maßnahme.
  2. Einspeisetarife vergleichen: Prüfen Sie regelmäßig, ob Ihr aktueller Einspeisetarif noch konkurrenzfähig ist. Ein Wechsel kann sich lohnen.
  3. OeMAG als Rückfalloption: Der OeMAG-Vertrag ist Ihr gesetzliches Recht. Nutzen Sie ihn als Ausgangspunkt und wechseln Sie bei Bedarf zu einem besseren Anbieter.
  4. PV-Anlage richtig dimensionieren: Eine gut dimensionierte Anlage erzeugt genug für Ihren Haushalt und erzielt einen gesunden Mix aus Eigenverbrauch und Einspeisung.

BS Elektrobau: Ihr Partner für PV in Wien

Ob Neuinstallation, Nachrüstung oder Speichererweiterung – wir bei BS Elektrobau planen und installieren Ihre PV-Anlage so, dass Sie das Optimum aus Eigenverbrauch und Einspeisung herausholen.

  • PV-Planung und Installation: Vom Dach-Check über die Montage bis zur Netzbetreiber-Anmeldung – alles aus einer Hand.
  • Einspeisevertrag-Beratung: Wir unterstützen Sie bei der OeMAG-Anmeldung und dem Vergleich der Einspeisetarife.
  • Speicher & Wallbox: Eigenverbrauch optimieren mit Batteriespeicher und intelligenter Wallbox-Steuerung.
  • Festpreisangebot nach Besichtigung: Transparent, verbindlich, ohne versteckte Kosten.

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