Steckdosen kindersicher machen: Was wirklich schützt
Die kleinen Kunststoffkappen zum Einstecken aus dem Baumarkt sind der Klassiker gegen neugierige Kinderfinger – Elektriker raten davon aber häufig ab: Sie sind ein Verschluckungsrisiko, lassen sich von cleveren Kleinkindern oft trotzdem entfernen und ersetzen keinen echten Berührungsschutz. In modernen Steckdosen ist die Kindersicherung längst eingebaut, in Form eines Klappmechanismus, der sich nur unter gleichzeitigem, gleichmäßigem Druck beider Kontaktstifte öffnet. Der eigentliche Handlungsbedarf liegt woanders: in Altbauwohnungen mit alten Steckdosen ohne diesen eingebauten Schutz.
Eingebauter Klappmechanismus statt Kunststoffkappe
Nach der aktuellen ÖVE/ÖNORM E 8001-1 müssen Steckdosen in Wohnräumen bereits ab Werk mit einem Berührungsschutz ausgeführt sein. Bei modernen Schutzkontakt-Steckdosen bedeutet das: Zwei Klappen vor den Kontaktöffnungen geben nur dann den Weg frei, wenn beide gleichzeitig und mit dem passenden Druck eines echten Steckers hineingedrückt werden. Ein einzelner Kinderfinger oder ein spitzer Gegenstand reicht dafür nicht aus. Dieser Schutz ist fix verbaut, kann nicht vergessen, verloren oder von einem älteren Geschwisterkind entfernt werden – anders als eine aufgesteckte Kappe.
Warum viele Elektriker von Steckdosenkappen abraten
| Kriterium | Eingebauter Klappmechanismus | Steckdosenkappe (Zubehör) |
|---|---|---|
| Schutzwirkung | Dauerhaft, öffnet nur bei echtem Stecker | Kann von manchen Kindern selbst entfernt werden |
| Verschluckungsrisiko | Kein loses Teil vorhanden | Kleinteil, das verschluckt werden kann |
| Alltagstauglichkeit | Steckdose bleibt jederzeit normal nutzbar | Muss vor jeder Nutzung entfernt und wieder aufgesteckt werden |
| Langfristigkeit | Einmal montiert, kein Verschleiß durch häufiges Stecken | Kann sich lockern oder brechen, Klebevarianten lösen sich |
| Wo sinnvoll | Fixer Ersatz für alte Steckdosen ohne Berührungsschutz | Höchstens kurzfristige Übergangslösung bei Besuch mit Kleinkind |
Für Wohnungen, in denen ohnehin die Elektroinstallation im Altbau ansteht, ist der Austausch aller Steckdosen gegen kindersichere Modelle ein sinnvoller Teil der Sanierung – meist gemeinsam mit der Überprüfung des Sicherungskastens.
Woran Sie erkennen, ob Ihre Steckdosen schon kindersicher sind
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Kontaktöffnungen genau ansehenSitzen hinter den beiden runden Öffnungen weiße oder graue Klappen, die den Blick auf die Kontakte versperren, ist der Berührungsschutz bereits eingebaut.
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Alter der Steckdosen einschätzenSteckdosen, die seit einer Renovierung der letzten Jahre verbaut sind, verfügen in aller Regel über den eingebauten Schutz. Bei sichtlich alten, vergilbten Modellen ist das seltener der Fall.
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3
Wohnung insgesamt durchgehenPrüfen Sie nicht nur das Kinderzimmer, sondern alle für Kinder erreichbaren Steckdosen – Flur, Wohnzimmer und Küche werden oft übersehen.
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4
Bei fehlendem Schutz: Austausch beauftragenFinden sich mehrere Steckdosen ohne Klappmechanismus, lohnt sich ein gesammelter Austausch durch den Elektriker statt einzelner Kunststoffkappen.
Kindersicherheit geht über die Steckdose hinaus
Eine kindersichere Steckdose schützt vor direktem Hineingreifen – sie ersetzt aber nicht den FI-Schutzschalter als zweite Sicherheitsebene. Kommt es dennoch zu einem Fehlerstrom, etwa weil ein Kind an einem beschädigten Kabel oder einem defekten Gerät hantiert, trennt der FI-Schutzschalter den Stromkreis innerhalb von Millisekunden. In vielen älteren Wohnungen fehlt dieser Schutz für einzelne Stromkreise noch komplett. Ein Elektriker kann bei einem Termin gleich beides prüfen: den Zustand der Steckdosen und die Absicherung durch FI-Schutzschalter im Sicherungskasten.
Häufige Fragen zur Kindersicherung an Steckdosen
Sind Steckdosenkappen zum Einstecken grundsätzlich schlecht?
Nicht generell verboten, aber als dauerhafte Lösung nicht ideal: Sie sind ein Kleinteil mit Verschluckungsrisiko und bieten weniger Schutz als eine eingebaute Klappensteckdose. Als kurzfristige Übergangslösung, etwa beim Besuch von Enkelkindern in einer sonst kinderlosen Wohnung, sind sie vertretbar.
Muss ich in meiner Mietwohnung kindersichere Steckdosen einbauen lassen?
Eine gesetzliche Pflicht zur Nachrüstung in Bestandswohnungen gibt es nicht generell, wohl aber für Neuinstallationen und größere Sanierungen. Aus Sicherheitsgründen empfiehlt es sich dennoch, veraltete Steckdosen ohne Berührungsschutz austauschen zu lassen, sobald Kinder im Haushalt leben.
Erkenne ich den Unterschied auch ohne Elektriker?
Meistens ja: Fehlen die weißen oder grauen Klappen hinter den Kontaktöffnungen, ist kein eingebauter Berührungsschutz vorhanden. Im Zweifel gibt ein kurzer Check durch den Elektriker Sicherheit, besonders wenn mehrere Steckdosentypen in der Wohnung gemischt vorkommen.
Was kostet der Austausch mehrerer Steckdosen?
Das hängt von Anzahl und Zugänglichkeit der Steckdosen sowie vom Zustand der Verkabelung dahinter ab. Wir erstellen dafür einen Fixpreis nach Besichtigung, sodass Sie vorab genau wissen, womit Sie rechnen können.
Steckdosen kindersicher nachrüsten – Best Service Elektro- und Gebäudetechnik e.U.
Wir prüfen Ihre Wohnung auf veraltete Steckdosen ohne eingebauten Berührungsschutz und tauschen sie fachgerecht gegen kindersichere Modelle – bei Bedarf gleich mit einer Kontrolle des FI-Schutzschalters. Für Familien in Wien und Niederösterreich, mit Fixpreis nach Besichtigung.
- Fachgerechter Austausch: Kindersichere Steckdosen statt loser Kunststoffkappen.
- FI-Schutzschalter im Blick: Zweite Sicherheitsebene wird bei Bedarf gleich mitgeprüft.
- Fixpreis nach Besichtigung: Klares Angebot, keine versteckten Kosten.
- Ganze Installation im Blick: Bei Bedarf inklusive Prüfung von Sicherungskasten und Stromkreisen.